Gestern habe ich mal wieder eine Schülerin verabschiedet: Nach 1 1/2 Jahren Dyskalkulietraining sind alle Lücken aufgearbeitet und auch in einem Ausblick auf das nächste Schuljahr konnte sie zeigen, dass sie die erlernten Strategien auf Neues übertragen und anwenden kann. Toll! Zum Abschluss durfte sie sich noch ein Spiel wünschen. Sie wählte "Hin und weg", ein Rechenspiel von Miriam Hörth. Auf der Jagd nach den verlorenen Koffern löst man Aufgaben im Zahlenraum 100. Jeder versucht also möglichst viele Koffer zu erwischen, um viele Aufgaben rechnen zu können - und das mit ganz viel Spaß dabei! Wie schön, dass das Lerntraining so viel Freude machen kann!

 

Die meisten Schüler wollen beim Live-Online-Training im virtuellen Klassenzimmer bleiben. Ihnen gefällt das Lernen im virtuellen Klassenzimmer und viele Eltern schätzen den Wegfall der Fahrtzeiten. Doch einige jüngere Schüler wollten auch gerne mal wieder mit mir vor Ort arbeiten. Seit dieser Woche ist es soweit: Das Lerntraining vor Ort ist unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder möglich! Ich habe den Trainingsraum ensprechend umgestaltet, einen Extratisch und einen Luftfilter besorgt, eine Scheibe zusätzlich aufgestellt und natürlich steht auch Desinfektionsmittel bereit. Auch wenn ich die Vorteile des Online-Trainings schätze ist es doch schön, euch wieder bei mir begrüßen zu können!

Beim Üben orientiere ich mich im Lerntraining an den individuellen Fehlerschwerpunkten des Lernenden. Im Bereich Schreiben legen wir dazu gemeinsam einen Übungswortschatz an. In diesen kommen Wörter, die wiederholt falsch geschrieben wurden und geübt werden sollen. Dazu schreiben wir die Wörter auf Karteikarten,  markieren die schwierigen Stellen und notieren eventuelle Merkhilfen. Damit selbstständig mit den Karten geübt werden kann, malen wir auf der Rückseite Bilder, die uns an das Wort erinnern oder notieren Assoziationen, mit deren Hilfe uns das gesuchte Wort einfällt. Natürlich können Karten mit jedem zu übenden Inhalt gestaltet werden,  z.B. mit 1x1-Aufgaben. Sind die Karten erstellt,  werden sie in einen Karteikasten eingeordnet. In Fach 1 kommen alle neuen Karten oder solche, bei denen beim Üben Fehler aufgetreten sind. Beim Üben werden dann eine gewissen Zahl Karten aus einem Fach genommen und bearbeitet. Beim Übungswortschatz sieht das so aus: Anhand der Bilder oder Assoziationen wird das gesuchte Wort gefunden und aufgeschrieben. Danach wird mit der Rückseite kontrolliert. Ist das Wort richtig geschrieben, wandert die Karte in das nächste Fach. Ist es falsch, bleibt es in Fach 1. Die unterschiedlichen Fächer werden in unterschiedlichen zeitlichen Abständen bearbeitet. So wandern die zu übenden Inhalte Schritt für Schritt in das Langzeitgedächtnis. 

Damit das Üben anwechslungsreicher wird, kann man mit den Karten auch Spiele spielen. Hier bietet sich das "Würfelkästchen" an: Die zu übenden Karten werden in 6 Stapel aufgeteilt und jedem Stapel ein Würfelbild zugeordnet. Dies kann man auch ohne das Würfelkästchen machen, indem man die Stapel einfach auf dem Tisch oder im Raum verteilt. Dann wird gewürfelt und je nach Augenzahl die erste Karte des Stapels bearbeitet. Ist die Lösung richtig, darf man die Karte behalten, ist sie falsch, wandert die Karte wieder unter den Stapel. Ist bei einer Würfelzahl keine Karte mehr vorhanden, muss man aussetzen oder eine Bewegungsaufgabe ausführen, je nachdem was man vorher festgelegt hat. Wer am Ende die meisten Karten sammeln konnte, hat gewonnen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Übungskarten in ein Brettspiel zu integrieren. Ein Beispiel dazu finden Sie hier.